Wieder Wochenende, die Zeit rast hier noch schneller als in Deutschland. Wieder ein Wochenende in Manila, um das frische Tattoo ein bisschen zu schonen - es ist wirklich schoen, auch Zeit in der Stadt zu verbringen und Manila etwas besser kennen zu lernen!
Am Freitag war ich auf einer Wine&Cheese-Party von einem Bekannten in seinem absolut stylischen Apartment im 33. Stock in Ortigas - wirklich tolle Aussicht ueber die City, nette Leute, ein toller Abend! Am Samstag war ich dann ein bisschen in Makati, "meinem Viertel", unterwegs. Makati ist ein typischer Business-district, mit vielen Hochhaeusern, Business-Leuten und Starbucks, aber am Rand, wo ich auch wohne, leben die Leute in sehr einfachen Haeusern oder Huetten. In der Naehe von meinem Apartment wohnen einige Leute auch wirklich auf der Strasse und schlafen in ihren Tricyclen oder direkt auf dem Gehsteig (falls es einen gibt). Die Leute essen, schlafen, leben auf der Strasse, waschen ihre Kleidung dort, kochen, oder urinieren auch direkt auf die Strasse. Das ist schon seltsam anzuschauen, einfach anders, die Armut beruehrt mich natuerlich auch. Und trotzdem sind die Menschen hier nicht deprimiert - ganz im Gegenteil, die Freundlichkeit und gute Laune der Filipinos ist im Vergleich zur Lebenssituation schon fast irritierend. Bezeichnend fuer die Kultur und die Einstellung der Menschen ist auch, dass es im Tagalog und auch den anderen Dialekten, die hier gesprochen werden, kein Wort fuer Depression gibt. Auch auf dem Friedhof leben einige Familien, schlafen direkt auf den Saergen (die sind hier aus Stein und werden ueber der Erde gestapelt, nicht wie bei uns vergraben) und fahren mit dem Motorrad ueber den Friedhof. Man kann auch verschiedene Sachen einkaufen. Also wieder ganz anders, neu, interessant, und ein bisschen gruselig: In einem Plastiksack vor einem offenen Sarg waren ganz deutlich die menschlichen Knochen zu sehen...Fotos folgen morgen.
Nach meinem Friedhofs-Besuch war ich noch Tagebuch schreiben im Starbucks und shoppen im Japan-Laden um die Ecke. Und am Abend: das erste Mal Karaoke in den Philippinen!! Ich glaube ja, dass die Leute hier noch viel mehr Karakoke-verrueckt sind als in Japan. Man singt hier auch in einer Box und nur fuer die Leute, mit denen man unterwegs ist. Bier war im Preis inklusive, dementsprechend war auch unsere Performance..Fantastisch!! Drei Stunden, drei Eimer Bier (Bierflaschen in einem Eimer) und ohne Stimme war es dann fuer mich noch viel zu frueh, um ins Bett zu gehen und ich bin mit einem meiner Filipino-Kollegen in einen Gay-Club gefahren...Dort gabs eine Wahl zur naechsten Miss Flores, natuerlich nur Maenner, die wirklich fantastisch aussahen in ihren langen Kleidern, lange Haare, Make-up...Wirklich toll! Mir hat die Show super gefallen, auch wenn ich nicht alles verstehen konnte, war ja fast alles in Tagalog. Und danach hab ich dann noch bis vier Uhr morgens auf der Buehne getanzt und mich in die Schwulen- und Lesben-Szene in Manila integriert - ich glaube ich war mal wieder der einzige Auslaender :-).
Und jetzt erhole ich mich von den ganzen Parties und geniesse den Sonntag!
Viele liebe Gruesse,
eure Christin
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